Da hab ich was angefangen…

Das Telefon klingelt. Ich sitze bereits am Laptop und habe das Gefühl,in einem Büro zu sitzen. Alles hat ganz harmlos begonnen: Ich habe die Lokalpresse angeschrieben, damit der TDOV (der Transgender Day of Visibility) dieses Jahr auch hier ankommt. Wer rechnet schon damit, was ich da losgetreten habe…

Letzte Woche war die Zeitung da. Der Reporter hatte eine Fotografin mitgebracht und eine Dame mit Videoausrüstung. Die ersten 20 Minuten des Gesprächs liefen eigentlich ab, wie ein klassisches Interview: Er fragte sich chronologisch durch mein Leben und plötzlich… Auf jeden Fall nahm das Gespräch eine Wendung, die dazu führte, dass es auf einmal ein sehr ausgelassenes und ziemlich langes Gespräch wurde.

Nach dem Interview fragte die Kamerafrau an, ob es denn möglich wäre einen extra Termin für einen Videodreh zu machen. Sie meinte, die Geschichte (über meine Familie, und dass meine Frau und ich noch immer zusammen wären…) wäre einfach so spannend, sie würde es gerne professioneller filmen. Und ich hab irgendwie da gleich Ja gesagt.

Gestern habe ich also den Drehtermin bestätigt und ein paar Details abgeklärt, da klingelt mein Telefon. Noch einmal Fernsehen, diesmal etwas überregionaler… die sehr nette Dame schaffte es, mich nach einiger Skepsis, für einem weiteren Dreh zu gewinnen. Ich bin sehr gespannt, wie sie das Tema umsetzen wird.

Gerade habe ich ein weiteres Interview abgelehnt, aber angeboten, Fragen per Mail zu beantworten und einen kleinen Pressetext zum #TDOV zu schreiben.

Wer ahnt denn schon, dass eine trans Frau und ihre Familie einen solchen Rummel verursachen können? Jetzt werde ich mich daran machen, mein neues Büro einzurichten. Irgendwie möchte ich wieder einen eigenen Schreibtisch haben 😀 gerade an Tagen, wie diesem.

9 Kommentare


    1. ·

      Wieso sollte Regionalpresse Geld bezahlen? Wofür? Weil sie sich Zeit nehmen, ein Thema, das ich vorschlug, auch zu veröffentlichen?

      Ich verstehe deinen Gedanken hier nicht.

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      1. ·

        Nun, du machst das natürlich, weil du möchtest, dass das Thema beleuchtet wird und andere davon erfahren. Toleranz schaffen, etc.
        Ich weiß nicht, was „Regionalpresse“ an Größe bedeutet, sprich ob die eher von Freiwilligen geführt wird oder von Werbung (=echten Einnahmen) lebt. Tatsache ist aber, die wollen ihr Medium ja auch mit interessanten Themen spicken und dafür brauchen sie interessante Themen. Somit tust du denen quasi auch einen Gefallen und solltest – meines Erachtens – eine Aufwandsentschädigung erhalten. Schon alleine, weil du mit deiner Geschichte an die Öffentlichkeit gehst und damit ggf. auch Risiken auf dich nimmst.

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  1. K.
    ·

    Super, dass das Thema veröffentlicht wird.
    Kam denn das Thema auf, dass du keinen Job findest? Vielleicht meldet sich ja ein potenzieller Arbeitgeber, das wäre doch super 🙂

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  2. SleepyDave
    ·

    Wow, das freut mich wirklich für dich! Und es zeigt mal wieder, das Trans* auch ein Thema sind, das Leute interessieren kann und nicht einfach unter den Teppich gekehrt wird 🙂

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  3. ·

    Liebe Nina,

    ich finde es so toll, dass Du immer wieder eine „Welle“ machst, im ganz positiven Sinn. <3
    Es ist super, dass die Presse das aufgreift und über Euch berichtet.

    LG
    Tante Emma

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  4. Johanna Arnold
    ·

    Gut gelaufen. So muß das sein. Überregionales Interesse, überhaupt Interesse wecken. Unsere Sache sollte zum normalen Tagesgeschäft werden.
    Liebe Grüße
    Johanna

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