Zum Thema Blutspende…

Da mir immer wieder gesagt wird „aber Homosexuelle/Transgender dürfen ja jetzt im Ausnahmefall Blut/Knochenmark spenden…“

Hier der offizielle, noch immer gültige Text der Bundesärztekammer: Erläuterungen und Regelungsoptionen zum Blutspende-Ausschluss bzw. zur … (PDF-Download)

Das Kapitel 9.1 beschäftigt sich mit Transsexualität. Das ist die Begründung, warum Transfrauen weder Blut, noch Knochenmark spenden dürfen:

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Mit genau dieser Begründung – unabhängig von meinem tatsächlichen Sexualverhalten und meiner sexuellen Orientierung – wurde ich von der Knochenmarkspende ausgeschlossen.
Edit: offenbar werden die Regelungen sehr unterschiedlich streng angewendet. Einige trans berichten, dass sie außer missgendering keine Probleme beim Spenden hatten. Andere haben die gleiche Erfahrung, wie ich machen müssen. 

9 Kommentare


  1. ·

    Das ist doch absolut realitätsfern! Nach der Definition müsste man doch annehmen das Transsexuelle keine gut bezahlten Jobs haben können, bzw. Leute mit gut bezahlten Jobs nicht trans* sein können und deshalb auf den Strich müssen…

    Außerdem wirft für mich die Formulierung „Männer die Sex mit Männern haben“ doch die Frage auf, warum sich zb jemand mit männl. Geschlechtsorgan, der sich eindeutig als Frau fühlt jemanden suchen sollte der homosexuell ist (denen ja das eigentliche Stigma anhaftet) – also den Teil attraktiv findet, mit dem man sich selbst nicht identifizieren kann…

    Es ist einerseits zwar löblich das man die Risiken einer infizierten Blutkonserve geringhalten will… andererseits denke ich an all die anderen Ausschlusskriterien mit denen cis & hetro zb konfrontiert werden. Zb muss das letzte Tattoo oder Piercing mind 6 Monate zurückliegen. Da könnte man doch „sicherheitshalber“ auch gleich ALLE MENSCHEN mit Tattoos und Piercings (auch wenn das Piercing wieder weg ist) ausschließen, oder? Kann ja keiner kontrollieren ob ich mich vor 6 Monaten oder 2 hab „stechen“ lassen wenn ichs nicht zugeb…

    Ich finde mit der heutigen Medizin und dem sowieso chronisch erscheinendem Mangel an Blutkonserven & Knochenmarksspenden müsste man die Methoden ändern. Nehmen was man bekommt und TESTEN was brauchbar ist. Das Blut muss meiner Meinung nach sowieso getestet werden, egal wie ‚gesund‘ der Spender wirkt – und wenn es eine Nonne ist! Wieso wird also eine ganze Menschengruppe ausgeschlossen weil man erhöhtes Risiko sieht?

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    1. ·

      Ich verstehe das Anliegen nach Sicherheit. Aber keine der markierten Textstellen dürfte in einem Dokument der Bundesärztekammer auftauchen.

      Ich bin ganz deiner Meinung

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      1. ·

        Genau, vor allem diese deutliche Formulierung ist diskriminierend weil sie ein schlechtes Licht auf alle wirft. Das hätte man irgendwie umschreiben müssen. Wie weis ich jetzt auch nicht, aber DAS hier ist veraltet und nicht mehr zeitgemäß.

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        1. ·

          Für mich ist dieser Tonfall von „obwohl sie sich als Frau fühlen, sind es Männer“ sowas von falsch. Ich bin richtig wütend

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          1. ·

            Ja das läuft raus auf ein „ihr seid trotzdem Männer“.
            Das darf dich auch wütend machen.


          2. ·

            Was jede medizinische Erkenntnis zu Transsexualität zunichte macht. Es ist die Aussage: „Du bildest dir nur was ein.“ in einem Dokument der Bundesärztekammer.


          3. ·

            Ich hoffe das sich auch das irgendwann ändern wird.
            Wie soll ich das formulieren,… bei vielen Themen der Gegenwart stehen alle Zeichen darauf das sie früher oder später zwarngweise legitimiert, umgeändert oder legalisiert werden müssen, weil die Gegenargumente haltlos sind. …Was mich aber traurig macht ist, das ich das alles wohl nicht mehr miterleben werde weil alles so langsam vorangeht.


          4. ·

            Es geht langsam und im Moment sind wieder sehr viele konservative Kräfte aktiv, denen unhaltbare Aussagen lieber sind, als Fakten und Beweise.

            Traurig.


  2. ·

    Wer ungeschützten (!) Verkehr mit wechselnden Geschlechtspartner hat, ist natürlich eine Risikogruppe. Aber das gilt doch für alle Menschen?!
    Theoretisch könnte auch ein heterosexuelles Paar, dass seit 30 Jahren zusammenlebt, ungeschützten Verkehr praktiziert, ein Risiko sein, wenn einer der Partner fremdgeht und dabei ungeschützten Verkehr hat und der andere es noch nicht einmal weiß.
    100% sicher ist dieser putzige Blutspende-Fragebogen eh nie, sobald nämlich einer lügt und mit Absicht was anderes ankreuzt…

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