Nein, ich nehme das nicht persönlich…

Wenn ich mit Freunden zusammen sitze, rutscht hin und wieder jemandem ein „er“ heraus. Ich überhöre das bewusst. Vor einiger Zeit habe ich aufgehört, mich über jedes kleine falsche Pronomen aufzuregen. Ich nehme es nicht persönlich.

Aber ich spüre es trotzdem. Es macht mir bewusst, dass ich selbst unter Menschen, die mich lange und gut kennen nicht „ganz Frau“ bin.

Das ist nicht mein Fehler, nicht meine Schuld und nichts, was ich wesentlich beeinflussen kann. Es ist die Wahrnehmung meines Gegenübers. Es ist ein wenig gedankenlos geäußert und wahrscheinlich nicht böse gemeint, also warum sollte ich da was großartig sagen?

Es verletzt mich nicht, es zeigt mir, wie schwer Menschen aus den gewohnten Mustern auszubrechen.

Okay, euch kann ich es ja sagen. Es trifft mich, aber ich schweige, weil ich nicht ständig Thema sein will.

7 Kommentare


  1. ·

    Mir geht es wie Dir und ich habe auch ähnlich reagiert. Ich habe es einfach durchgehen lassen. Mittlerweile bin ich aber dazu übergegangen die Leute zu verbessern, denn sonst ändert sich nichts. Die Leute müssen merken, dass sie etwas falsch gemacht haben. Nur dann werden sie es sich merken und irgendwann kommt ihnen das richtige Pronomen ganz automatisch über die Lippen.

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  2. ·

    ich möchte gerne verbessert werden – ich weiss um meine gedankenlosigkeit an der stelle aber auch um meine absichtslosigkeit.

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    1. ·

      Es ist ermüdend, gerade unter Menschen, die ja erleben, welche Probleme ich mit misgendering erlebe…

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      1. ·

        Du musst es den Leuten auch ein wenig nachsehen. Gerade Personen die Dich schon lange kennen sind einfach in ihrer Routine, sie machen das nicht absichtlich, sie machen sich keine Gedanken über das was sie sagen.

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        1. ·

          Interessant… In deinem Kommentar heute schriebst du „[…]Ich habe es einfach durchgehen lassen. Mittlerweile bin ich aber dazu übergegangen die Leute zu verbessern, denn sonst ändert sich nichts. Die Leute müssen merken, dass sie etwas falsch gemacht haben.[…]“, hier wiedersprichst du dir ein wenig… Vor allem ist das genau die Aussage, die ich in meinem Eintrag gemacht habe…

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          1. ·

            Kam vielleicht falsch rüber. Aber ich sehe keinen Wiederspruch darin, dass man es den Leuten nachsehen muss weil sie es einfach gewohnt sind. Gerade deswegen muss man sie verbessern, weil sie sonst immer in ihrem „Trott“ bleiben und es sich nichts ändern würde.

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