Durchatmen? Kann ich nicht…

Ich sitze im Wartezimmer meiner Gyn und sehe meinen Kind beim Spielen zu. Ja, der kleine Herr, der letzte Woche seine OP hatte, ist noch nicht schulfit und begleitet mich daher heute.

Ich bin unruhig, angespannt. In meinem Kopf drehen sich die Gedanken um alles mögliche. Ich fühle mich schwer und träge.

Eigentlich ist alles gut. Nur die Kleinigkeiten des Alltags, also ganz normale kleine Pakete auf der Seele zu balancieren… Und gerade heute wieder: Schmerzen.

Ach, ich kann mein eigenes mimimi schon nicht mehr hören. Es geht mir gut. Eigentlich. Aber ich spüre, dass ich jeden Augenblick losheulen könnte. Spüre, dass ich nicht mehr aufstehen will. Will mich nicht mehr anziehen und rausgehen schon mal gar nicht. Manchmal habe ich zwar das Handy in der Hand, aber ich will auch dort kaum Menschen sehen. Selbst die Benachrichtigungen der Apps überfordern mich.

Ich brauche ein neues Rezept für Antidepressiva und schiebe das seit zwei Wochen vor mir her. Bald ist die Packung leer.

„Atme mal tief durch“, sagte eine Freundin. Aber das kann ich nicht… Doch, manchmal. Einige Menschen bringen mich zum lächeln und dann seufze ich… Und mit diesen einzelnen Atemzügen tanke ich Kraft für den nächsten Tag.

4 Kommentare


  1. ·

    Manchmal kann es entlastend sein einfach mal alles rauszuweinen, den Tränen freien Lauf zu lassen und dann eine heisse Schokolade zu trinken

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  2. ·

    Hihi, ich habe mir auch erst gestern einen Termin beim Gyn gemacht…. lange vor mir her geschoben. Bin schon voller „Vorfreude“.

    Das mit den Depressionen kenne ich nur zu gut. Aber Du hast das Schreiben ja schon für Dich entdeckt. 🙂
    Mir hilft das immer, mich und mein Leben dann doch in einem Licht zu sehen, das nicht nur meine Schwächen und Unzulänglichkeiten beleuchtet.
    Das schönste an der Depression ist: Sie geht wieder.

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