Müde…

Die letzten Wochen waren anstrengend. Beruflich… Ähem… Eine schwierige Situation und die Belastung strahlt in alle Bereiche des Alltags aus. Mir fehlt die innere Ruhe, die Stabilität. Meine Körper reagiert auf die dauernde Anstrengung mit Müdigkeit und Schmerzen.

Irgendwo am Horizont sind gute Nachrichten zu erahnen. Ganz hinten, so weit weg, dass man kaum erkennen kann, ob es sich um eine Fata Morgana oder die lang ersehnte Oase handelt.

Ich mache derzeit keine großen Pläne. Jeden Tag erleben. Überleben. Am Ende des Tages noch in den Spiegel schauen können. Ohne meine Frau und die Kinder hätte ich wohl schon aufgegeben.

In mir brennt Sehnsucht

Ich sehne mich nach Schönem. Vermisse es, Lust zu spüren. Habe Hunger nach dem Leben. Orientierungslos irre ich herum. Es fühlt sich an, als würde ich durchs Fenster eines Steakhouse ins Leben anderer Menschen blicken, zusehen, wie sie alle Genüsse erleben, Essen, Trinken, Lachen, Flirten… Und zwischen deren Welt und meiner einen Zentimeter dickes Glas.

Neulich, an dem Tag, den ich als meinen Tiefpunkt bezeichnen würde, empfand ich zum ersten Mal Neid und Eifersucht. Meine Offenheit war weg. Ich fühlte mich verbittert.

Ferien

In wenigen Tagen sind Ferien. Eigentlich hätte ich mit meinem Job volle Kinderbetreuung… Selbst eine Woche vor dem Ferienbeginn habe ich keine Ahnung wie ich Job und Betreuung vereinbaren kann. Die letzte Nacht wälzte ich mich hin und her, Gedanken über Gedanken und keinen wirklichen Schlaf in Sicht.

Ich lebe jeden Tag. Weiter als einen Tag denke ich nicht. Hab keine Pläne mehr. Bin froh, über jede Stunde, die verstreicht, jeden Augenblick. Sauge jede Minute mit den Kindern, jedes Lachen, jede noch so kleine Zuwendung in mich auf. Mein Akku ist leer. Ich rechne mit großen crash, dem endgültigen Zusammenbruch, dem Tag, an dem ich nicht nur (wie im letzter Zeit immer wieder) kurz zusammen breche, sondern liegen bleibe.

Ich bin müde.

9 Kommentare

  1. dergl
    ·

    Ach Mensch, das kann ich gut verstehen, du. Klingt nach mir die letzten Wochen. Manchmal ist einen Tag nachdem anderen wirklich die beste „Wahl“ (mangels positiver Alternativen).

    Liebe Grüße

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  2. Mariella
    ·

    Oh, das tut mir leid dass Du dich so fühlst. Es fühlt sich so an als ob Du ganz alleine auf dich gestellt bist.
    Ist das jetzt „nur“ die Arbeit oder spielen da noch andere Dinge hinein?! Die Neuorientierung post OP mit dem veränderten Körper ist ja auch kein Kinderspiel (eigene Erfahrung). Schau gut zu dir selbst in Liebe und Annahme. Schade bist Du so weit weg, ich würde dich gerne einmal persönlich kennenzulernen.
    Ganz liebe Grüsse, Mariella

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    1. Nina Jaros
      ·

      Es ist ein Zusammenspiel von vielen Dingen

      Antworten
  3. Leonie
    ·

    Hast du nicht erst kürzlich einen lange ersehnten Job angetreten, der dir gefällt und wo du dich mit den Leuten verstehst?

    Es ist oft so, dass es zwei bis drei Monate braucht, bis man sich in so eine neue Lebenssituation hinein findet, Ängste und Unsicherheiten verschwinden und neue Routinen sich einstellen. Da sieht es schon mal so aus, als gehe die Welt unter und nichts sei mehr richtig zu schaffen.

    Wenn du sowieso zu Depressionen neigst, trifft dich das vermutlich härter.
    Aber es geht vorbei!
    Da du jetzt ja auch Geld verdienst: Gönn dir doch mal was! So als punktuelle Belohnung und Gegenaktion gegen den Neid und das Gefühl, nur zu malochen und nichts davon zu haben!

    Antworten
    1. Nina Jaros
      ·

      Das mit dem Job…. Leider lief da so einiges verkehrt. Und da ich bisher noch kein Gehalt bekommen habe, ist die finanzielle Situation angespannte als vorher.

      Antworten
  4. Leonie
    ·

    Da mein Kommentar nicht erschienen ist und auch keine Meldung „in Moderation“ kam, poste ich es nochmal:

    Hast du nicht erst kürzlich einen lange ersehnten Job angetreten, der dir gefällt und wo du dich mit den Leuten verstehst?

    Es ist oft so, dass es zwei bis drei Monate braucht, bis man sich in so eine neue Lebenssituation hinein findet, Ängste und Unsicherheiten verschwinden und neue Routinen sich einstellen. Da sieht es schon mal so aus, als gehe die Welt unter und nichts sei mehr richtig zu schaffen.

    Wenn du sowieso zu Depressionen neigst, trifft dich das vermutlich härter.
    Aber es geht vorbei!
    Da du jetzt ja auch Geld verdienst: Gönn dir doch mal was! So als punktuelle Belohnung und Gegenaktion gegen den Neid und das Gefühl, nur zu malochen und nichts davon zu haben!

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    1. Nina Jaros
      ·

      Ich schalte Kommentare manuell frei. Da ich beständig Spam, Beleidigungen und Drohungen bekommen, die ich nicht öffentlich machen werde

      Darum moderiert

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  5. Gabi
    ·

    Ich mache mir grade ganz viele Sorgen um dich, liebe Nina. Du bist nicht mehr auf G+ und ich habe mich von Twitter verabschiedet, doch dein Blog lese ich immer. Und was ich hier lese, erschüttert mich. Wenn ich dir nur helfen könnte… Doch da ist deine Familie viel näher als ich. Ich wünsche dir, dass du dort alle Unterstützung erhälst.

    Dass du zwar einen Job, aber noch keinen Lohn erhalten hast, macht die Situation nicht leichter. Ihr braucht doch das Geld!

    Die Sehnsucht… Das Schöne… Wie soll ein Mensch ohne das bestehen können? Ich verstehe dich nur zu gut.

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    1. Nina Jaros
      ·

      Ach Gabi <3 ich kämpfe jeden Tag und hoffe, dass es irgendwann mal ein wenig mehr Ruhe in meinem Leben gibt.

      Ich drücke dich!

      Antworten

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