Ferien…

Gestern waren wir im Schwimmbad. Mein Kind riecht heute noch nach diesem Mix aus Sonnencreme und Schwimmbadwasser. Für die meisten Familien ist das nichts besonderes.

Vor einigen Jahren war der Gedanke ans Schwimmbad mit viel Druck verbunden. Mein Körper ist alles andere als das, was mein inneres gerne darstellen möchte… Haarig an den falschen Stellen, keine Haare an anderen und ohne makeup und Haare bin ich einfach unsicher. Meine kleinen Brüstchen und meine Rundungen sind gepaart mit der „männlichen Figur“ einfach nicht das, was ich im Spiegel sehen will.

Aber das ist ziemlich schnurz.

Ja, schnurzpiepegal ist das. Verdammt nochmal, es ist Sommer, ich schwitze wenn ich Kaffee eingieße und noch einmal, wenn ich ihn trinke… Ich muss gelegentlich einfach ins Wasser und schwimmen. Also müssen die Menschen mit meinem Aussehen zurecht kommen.

Frau Papa und Regenbogenmutti im Schwimmbad. Beide lächeln.

Ich mute meinem Umfeld zu, mit meiner Glatze, dem verwischten makeup und meinem Badeanzug zurecht zu kommen. Es ist mit wumpe, ob mich jemand anglotzt, während meine wenigen Haare nass vom Kopf hängen… Ich habe meine Kinder und meine vor mir, das Wasser ist warm und wir spielen miteinander. Die Kindheit vergeht so schnell und sich von oben bis unten gegenseitig nass zu spritzen, solche Erinnerungen kann man niemals nachholen.

Ob Menschen lästern? Mich auslachen?

Ich weiß es nicht. Ehrlich gesagt war ich mit Lachen, schwimmen und meiner Familie beschäftigt. Und der größte Erfolg war, dass beide Kinder neben dem Spaß im Wasser langsam sogar ein wenig schwimmen lernen.

5 Kommentare


  1. ·

    Liebe Nina,

    DAS: Ehrlich gesagt war ich mit Lachen, schwimmen und meiner Familie beschäftigt. ist doch das Allerwichtigste.

    Es ist schon auf dem einen Bild ersichtlich, dass ihr Spaß hattet.

    Liebe Grüße

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  2. frater mosses von lobdenberg
    ·

    Du mutest Dich Deinem Umfeld zu!?
    Schullijung, aber: Blødsinn. Wenn sich das Umfeld belästigt fühlt von dem Körper, in dem Du halt mal steckst, dann ist das Umfeld die Zumutung, fertig.

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    1. Nina Jaros
      ·

      Das ist eine Formulierung, die eine Therapeutin vor einigen Jahren mal verwendet hat und ich musste mich wirklich lange überwinden, dass ich das gewagt habe… Und endlich traue ich mich das zu tun

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  3. ·

    Im Wort zumuten steckt MUT, das heißt die anderen sollen sich wenn freuen, dass du ihnen den Mut zugestehst dich zu sehen (ad-hoc aus der DGS übersetzt). Ganz einfach.

    Wir werden auch immer angeschaut – wenn auch aus anderen Gründen – gebärdende Menschen sind auffällig und der Satz mit dem Mut im Zumuten ist der Lieblingskonter vom Kind, ich habe ihn aber ursprünglich aus einer Selbsthilfegruppe mitgebracht.

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    1. Nina Jaros
      ·

      Ich mag diese Betrachtung des Wortes sehr

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