Gebärdensprache

Vor wenigen Wochen habe ich einen Gebärdensprachkurs begonnen. Ich weiß, dass ich an zehn Abenden Krone komplette Sprache lernen kann (von meinem Jahr spanisch sind noch eine Handvoll Sätze übrig), aber ich bin von der DGS (deutsche Gebärdensprache) sehr fasziniert. Bei der Suche nach Vokabeln habe ich schon raus gefunden, dass es Dialekte gibt, regional deutlich abweichende Zeichen und jede Person selbst etwas einbringt… Ihre persönliche Note, wie eine Betonung, eine Aussprache.

Warum ich Gebärdensprache lernen will? Als Kind4 klein war, hörte er kaum. Das brachte mich dazu, mich mit Gehörlosigkeit zu beschäftigen. Als ich dann bei einem Vortrag eine Gebärdendolmetcherin kennenlernen durfte, begann mein eigentliches Interesse an der DGS.

Eines Tages brachten die Kinder aus der Schule das Fingeralphabet mit, eine Möglichkeit, mit einer Hand Buchstaben zu zeigen. Und sie lernten ein paar einzelne Gebärden. Besonders Kind4 war begeistert.

Ich fahre gerade zum dritten Kursabend. Ich bin neugierig, was ich heute lerne. Neugierde, fie ich seit der Volksschule (so heißt die Grundschule in Österreich) nicht mehr so intensiv hatte.

4 Kommentare


  1. ·

    Viel Spaß, Nina! Und wundere dich nicht, die DGS unterscheidet sich durchaus etwas von der ÖGS. Ich weiß gerade nicht wieviel, aber ich habe einmal eine Diskussion zwischen deutschen Gehörlosen und österreichischen Gehörlosen, die einander wegen einem Unterschied missverstanden haben miterleben dürfen, wie auch ein Vorstellungsgespräch einer Wiener Gehörlosen in Deutschland, die gefragt wurde ob sie die DGS überhaupt könne.

    Das mit den Dialekten ist manchmal lustig, habe ich in Baden-Württemberg Donnerstag gebärdet wie mir in Köln beigebracht wurde ich nicht verstanden, die Gebärde, die ich bis dahin für faul kannte, bedeutete in Ravensburg arbeiten und allein in Heidelberg hatten wir sieben unterschiedliche Gebärden für Geburtstag. Desweiteren wurde ich oft ungläubig angeschaut wenn ich auf die Frage „Woher kommst du gebürtig?“ mit „München“ geantwortet habe, denn gebärden tue ich wohl wie eine Braunschweigerin…

    Viele Grüße aus der Nähe von Düsseldorf (was mir in Gebärdensprache auch fast niemand glaubt, da der Dialekt nicht stimmt)

    PS. Kennst du das Portal „Gebärdengrips“? Ist eigentlich zur bilingualen Erziehung, aber man kann auch kurze Vokabelspiele und so etwas machen.

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    1. Nina Jaros
      ·

      Danke 😀 ja, die Dialekte sind echt erstaunlich. Es erinnert mich ein wenig an die Entwicklung der Lautsprache… Hochdeutsch ist auch nicht einfach so entstanden.

      Das Portal kenne ich seit kurzem… Das Vokabular zu erlernen ist eine große Herausforderung

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      1. ·

        Ich persönlich fand die Grammatik schwieriger. Das liegt aber daran, dass ich mit LBG, Lautsprachbegleitenden Gebärden, einem Kunstsystem um Schriftsprachgrammatik sichtbar zu machen, begonnen habeund dadurch viele Vokabeln kannte, aber ich glaube, dass es kein per se gibt bei der Frage, welcher Weg schwieriger ist. Wichtig ist, dass man in Übung bleibt, sonst vergisst man sehr schnell, weil es ja nicht ist wie bei einer Sprache, die auch geschrieben werden kann, dass man mal eben Karteikärtchen oder so zum Üben einstecken kann. Es gibt das Wörterbuch aus dem Kestner-Verlag, aber das kostet natürlich. Als ich angefangen habe gab es nicht mal das, ich sollte also mich nicht beschweren. In den Blauen Büchern von Maisch/Wisch war dialektal nur groß angegeben Nord oder Süd und das konnte dennoch falsch sein, weil „Nord“ nicht gleich „Nord“ ist, zum Beispiel.

        Ein lustiges Erlebnis fällt mir gerade ein: Ich bat mal eine gehörlose Schülerin „Gib mir bitte die Postmappe!“ und sie: „Ich soll meinen Papa einpacken?“ Weil meine aus Ba-Wü mitgebrachte Post-Gebärde beinahe identisch war mit ihrer aus NRW stammenden Papa-Gebärde. Sie dachte, ich hätte die Fragemimik nicht hinbekommen.

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