Beziehungsarbeit…

In dieser Woche passierte etwas, das mich aus der Bahn warf. In den letzten Wochen hatten meine Frau und ich immer wieder kleinere Reibereien gehabt… Etwas, das in einer gesunden Beziehung ganz normal ist. Aber dann kam ein Gespräch und plötzlich sah alles anders aus.

Ich will mich seit einiger Zeit von Ostwestfalen lösen. Wenigstens von Lemgo weg… Für mich wäre sogar Bielefeld schon eine Verbesserung. Und in einem Gespräch diese Woche zeigte sich, dass mein Wunsch weg zu gehen nicht zum Wunsch meiner Frau passt. Sie sucht zwar eine Veränderung, aber nicht so weit weg, nicht Berlin, nicht jetzt…

Tja – dann war der Punkt da, an dem ich sagte, dass es so nicht weiter geht. Wir sprachen ziemlich gefasst miteinander. Ich war bereit, die Koffer zu packen. Sie gab mir ihren Ehering und … es war nicht laut. Keine XXL-Tränen, kein „es tut mir leid“ oder „tu das nicht“.

Es war aus.

Und eigentlich war ich dann dabei eine Wohnung in Berlin zu suchen. Eigentlich stand alles fest. Aber… irgendwie haben wir geschafft nach der ersten emotionalen Wucht, einander anzusehen und miteinander zu reden. Wir sahen, dass wir beide einander zuhören und versuchen, den Standpunkt der anderen zu verstehen.

Am ersten Abend war nur klar: wir schaffen es vermutlich, bis zur Trennung zusammen zu leben. Am darauf folgenden Tag gelang es uns, die Bedürfnisse der jeweils anderen zu verstehen… und dann entstand daraus ein Kompromiss, an dessen Umsetzung wir nun arbeiten.

Ja, es gibt einen Kompromiss. Und dazu gehört, dass wir uns jetzt mal selbst wieder finden…. ohne es in sozialen Netzwerken auszubreiten.

PS: Danke für die vielen offenen Türen und Angebote zuzuhören… Im Moment treten wir ein wenig leiser.

1 Kommentar

  1. Leonie
    ·

    Liebe Nina,

    danke, dass du deine Erlebnisse und Konflikte teilst, doch finde ich es auch sehr verständlich, nicht alles vor der Welt auszubreiten!

    Zu Berlin ein paar Worte: Ich kann gut verstehen, dass du dich da außerordentlich wohl gefühlt hast. In einer Großstadt und besonders in Berlin gibt es für jede „besondere Gruppe“ eine Szene, in der mensch sich heimisch fühlen kann – und die LaisseFaire-Kultur, das Leben&Leben-Lassen, das Gewohnt sein an auf 1001 Art „schräge Vögel“ tut ein Übriges, um die Freuden des „einfach So-Seins“ genießen zu können.

    Dass die Toleranz der Masse oft einfach nur Ignoranz ist, stört dabei nicht wirklich.

    Aber lass dir sagen: Auch Berlin ist kein Paradies! Wenn du mal nicht mehr nur Besuch bist, sondern Teil einer Szene, dann bekommst du u.U. Stress INNERHALB dieser Szene, die heftig um die „richtige“ Ideologie und das angesagte Verhalten in Sachen Transgender streitet. Auch die Auseinandersetzungen mit Feministinnen (Stichwort TERF „Transwomen Erasing Radical Feminism“) tangieren dann mehr als draußen in der Provinz. Und es ist keineswegs so, dass ALLE besonders tolerant wäre, Transmenschen ecken durchaus an, gerade weil sie sich mehr trauen und mehr Toleranz erwarten als „draußen auf dem Land“.

    Das nur mal so als Info, damit du „Berlin“ nicht allzu sehr idealisierst!

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