Wie #sexpositiv mir hilft, mit der Veränderung meiner Beziehung klar zu kommen.

Ehrlich gesagt habe ich nur ein paar unsortierte Gedanken im Kopf, die seit der #FEBuB deutlich verstärkt sind. Dort habe ich im Vortrag mit @zesyra über Aufklärung gesprochen und auch darüber, Scham zu überwinden. Scham im Umgang mit Sex, Scham im Umgang mit sexuellen Vorlieben, Scham im Umgang mit Sprache. Wenn wir mit Scham aufklären, dann wird genau dieses Gefühl alles überlagern.

Anders gesagt: eine sex positive Haltung hilft bei der Aufklärung (nicht nur unserer Kinder). Eine solche Grundeinstellung hilft auch bei der Kommunikation mit Partnerpersonen. Und mir hilft es gerade, mit meiner Trennung besser zurecht zu kommen.

Trennung… es ist kompliziert, denn etwas verbindet meine Frau noch immer – und das hat auch eine sexuelle Komponente. Aber ich habe mich nach Monaten der Trauer ein wenig geöffnet und andere Menschen in mein Leben gelassen. Mit einigen führe ich nur Gespräche, tausche Gedanken und Kopfkino, andere erfahren auch reale Begegnungen und Berührungen.

Im Titel schrieb ich, wie mir die sex positive Einstellung half. Das ist nicht so leicht zu beschreiben, aber es ist oft so, dass Sex eine Hürde darstellt – vor allem wenn es um Neigungen geht, die deutlich aus dem klassischen Blümchenmuster fallen. Ja, ich kuschle gern, küsse mit viel Genuss, aber ich habe auch diese Seite, die ich früher oft verschwieg und erst ins Gespräch brachte, wenn ich die Partnerperson besser kannte. Heute gibt es kaum eine Partnerin, die nicht weiß, dass ich dominant und sadistisch bin. Dass ich mehrere Menschen treffe, sexuelle und auch emotionale Verbindungen mit diesen Menschen eingehe, verschweige ich nicht mehr. Und die Menschen, die mich näher kennenlernen erfahren auch, dass ich Sexworkerin bin (ich kann davon zwar noch nicht leben, aber es ist …. das erzähle ich lieber unter 4 Augen)

Sex hilft mir. Sowohl ihn auszuleben, aber auch, darüber zu sprechen. Mit anderen Menschen im Kopfkino herum zu treiben oder in eng verschlungen zu sein…. es hilft mir, mich wieder zu finden. Mich – abseits von meiner Rolle als Elternteil und Ehefrau. Langsam, ganz langsam verblasst die Trauer über die Trennung. Langsam blicke ich nach vorne. Und immer öfter fühle ich mich sogar begehrenswert… Ich.

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