Nach dem Umzug ist mitten im Umzug ist vor dem Umzug

Heute Morgen stand ein LKW vor meiner Tür und holte den Sperrmüll ab. Alle Möbel, die nicht nach Berlin kommen konnten, Teile meines Lebens, Erinnerungen… Einfach zu Müll geworden.

Ich schaue nach hinten in meine Vergangenheit und schaue nach vorne. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ich werde im März Ostwestfalen verlassen. Es fühlt sich schon jetzt nicht mehr richtig an, hier zu sein. Ich nutze die Zeit mit meinen Kindern so sehr ich nur kann. Ich habe ein wenig Angst vor dem Abschied.

Heute kaufe ich das erste Zugticket für die Kinder, damit sie mich in Berlin besuchen können. Vor mir am Tisch liegt eine lange Checkliste mit allem, was ich noch zu erledigen habe. Vieles ist schon geschafft, ein großer Berg liegt noch vor mir.

Ich bin ruhig. Freue mich schon sehr auf Berlin. Ich glaube einfach an diesen Schritt. Es fühlt sich richtig an. Trotz des Stresses fühle ich mich gut. Ich mal verpeilt, mal organisiert. Und auf eines freue ich mich besonders: nicht mehr Abschied von meiner Freundin nehmen zu müssen. Es ist für mich noch ein wenig unglaublich, dass ich diese Frau kennenlernen durfte.

Ich stecke zwischen Umzügen, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen hier und dort. Nur noch wenige Wochen, dann liegt das jetzt endgültig hinter mir… Dann bin ich in Berlin. Eine komplett neue Familienkonstellation… Hoffentlich ist das nicht nur für mich der richtige Schritt. Eine Trennung ist schwer, besonders weil mir die Bedürfnisse unserer Kinder und die Bindung, die uns so eng verbindet, wichtig sind.

Hier zu bleiben war schon in den letzten Jahren oft nicht mehr gut für mich. Mit dem Schritt nach Berlin schöpfe ich Kraft. Mit der neuen Beziehung sogar sehr viel Hoffnung. Ich werde langsam wieder ich. Werde ganz. Kann endlich wieder für meine Familie da sein… Auch, wenn das mit der großen Entfernung nicht immer leicht sein wird.

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