(Werbung) – Wir spielen Andor Junior

 

(Werbung – weil kostenloses Testspiel erhalten)

Kürzlich hielt ich ein Paket in den Händen – es war ein wenig länger unterwegs, weil die Botendienste den Nachsendeauftrag usw… das Päckchen hatte eine kleine Odyssee hinter sich.

Im unscheinbaren Karton war ein Spiel, das wir probieren durften: Andor junior von KOSMOS. Als wir die Schachtel öffneten bekam Kind3 gleich den Auftrag, alle Pappteile aus den gestanzten Kartonplatten auszubrechen und sich mal in die Spielregeln einzulesen. Sie stellte trocken fest, dass man auf die Kartons locker noch ein paar Ersatzmünzen und Plättchen drucken hätte können…. denn, wie sie feststellte: es gibt sehr viele Teile und für den Spielablauf braucht man alle – verliert man eine Teil (und das ist leider auch im besten Kinderzimmer möglich), kann man das Spiel nur noch bedingt spielen.

Irgendwie hatte ich daraufhin nur wenig Lust, das Spiel zu beginnen. Ich weiß nicht, warum Spielehersteller auf den Stanzformen nicht von den wichtigsten Teilen 2-3 extra drauf drucken – gerade wenn es sich um Teile aus Karton handelt. Bei den gelben Holzscheiben, die für den Spielablauf unbedingt erforderlich sind gilt das gleiche: nicht ein Teil extra. Das Spiel kann also nicht einfach im Kinderzimmer stehen – denn dort geht schon mal ein Teil verloren.

Die Kinder haben mich dennoch überredet, Andor junior zu probieren (man muss dazu sagen, dass ich wirklich gerne spiele. Ich bin einfach ein Spielkind geblieben, vor dem kein Bällebad sicher ist und ich muss jedes Spiel ausprobieren. Mich überreden zu müssen, ist kein besonders gutes Zeichen).

Wir saßen am Küchentisch und bauten das Spiel auf. Andor junior ist ein Brettspiel, das Strategie erfordert und bei dem die einzelnen Spielenden durch die Wahl der Figur verschiedene Fähigkeiten mitbekommen. Der Spielablauf ist eigentlich einfach: bis zu 4 Spielende müssen quer übers Spielfeld, um zuerst die Aufgaben des Brückenwächters zu lösen. Erst danach dürfen sie die Brücke überqueren, um in die Zwergenmine zu gelangen und die Wolfsjungen zu befreien. Währenddessen wird das Land von Feinden und einem Drachen bedroht. Das Spiel endet, wenn entweder die Wolfsjungen befreit sind oder die Feinde die Burg einnehmen.

Wir spielten ohne Zeitdruck. In der Anleitung stand, dass ein Spiel  ca. 30 Minuten dauert – da wir zum ersten mal spielten und das Lesen der Regeln während des ersten Spieles fast zwingend erforderlich ist (es gibt Anweisungen, die erst während des Spielverlaufes wichtig werden) dauerte das Spiel etwa 45 Minuten. Dann hatte der Drache die Festung erreicht, bevor wir auch nur ein Wolfsjunges befreien konnten. Trotzdem hatten wir Spaß. Ach ja – die Spielenden: meine Kinder (9 und 11) und zwei Erwachsene. Es war für uns alle unterhaltsam, wird sicher auch noch einige Male gespielt werden.

Bewertung:

Kind3 (11 Jahre):
3,5 Sterne (Kritik: es gibt keine Ersatzteile und die Anleitung ist sehr lang und an manchen Stellen unübersichtlich)

Kind4 (9 Jahre):
4,5 Sterne (Kritik: hält die Altersempfehlung ab 7 Jahren für unrealistisch)

Erwachsene Mitspielerin:
3 Sterne (Kritik: man kann die Anleitung zwar vor dem Spiel lesen, aber eigentlich muss man sie während des Spiels nochmal lesen. Andor junior hat nicht die Dynamik von Andor. Wahrscheinlich wird das Spiel besser, wenn man es regelmäßig spielt und die Taktiken besser drauf hat)

Meine Bewertung:
3 Sterne (Kritik: Wie schon erwähnt fehlen Ersatzteile. Mit meiner Leseschwäche war die Anleitung eine echte Hürde. Das Spiel endete, als der Spielfluss gerade begonnen hatte. Es gibt beim Einstiegsspiel nur zwei Aufgaben – irgendwie hatten nur zwei Spielende da etwas zu tun und die Hauptaufgabe, die ein Zusammenspiel aller Spielenden erfordert hätte, konnten wir nicht mal anfangen, weil dann der Drache in unserer Burg stand und das Spiel aus war. Ich fand das Spiel unterhaltsam. Es hat durchaus Spaß gemacht. Das liegt aber an der Zusammenstellung der Spielenden und nicht am Spiel. Wie gesagt: es endete, als der Spielspaß anfing.)

Anmerkung:

Andor junior ist ein Spiel für Menschen, die gerne und regelmäßig miteinander spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen Spaß macht, die nicht gewohnt sind, spielend Zeit miteinander zu verbringen. Ich habe mir die Frage gestellt: Würde ich es jemanden in meinem Bekanntenkreis schenken? Und meine Antwort ist: Nein – schon weil ich es durch den Mangel an Ersatzteilen im Wohnzimmer aufbewahren muss und es nicht im Kinderzimmer stehen kann (und das mit meinen unkomplizierten Kindern!)

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